Fahrzeuginspektion der Kategorie L in Frankreich : Bilanz nach zwei Jahren Regulierung

- ↦ Die Einführung der Kfz-Inspektion der Kategorie L erfolgte schrittweise, übertraf jedoch die Erwartungen mit mehr als 2,2 Millionen durchgeführten Prüfungen in den Jahren 2024–2025
- ↦ Mehr als die Hälfte der Prüfzentren für Pkw sind inzwischen für Zwei- und Dreiräder ausgestattet
- ↦ Die Anzahl der Nachprüfungen und Mängelpunkte variiert stark je nach Fahrzeugtyp
- ↦ Die Prüfung verdeutlicht wichtige Herausforderungen in Bezug auf Verkehrssicherheit und Fahrzeugwartung
Einführung der Kfz-Inspektion für Zweiräder in Frankreich
Die technische Prüfung für Zwei-, Drei- und Vierradfahrzeuge ist inzwischen flächendeckend eingeführt. Sie konzentriert sich hauptsächlich auf sicherheitsrelevante Bauteile und Schadstoffemissionen. Zwei Jahre nach Beginn der Einführung veröffentlicht die Zentrale Technische Organisation die ersten Bilanzzahlen.
Mehr als 110.000 Prüfungen pro Monat durchgeführt
Die fahrzeuginspektion der Kategorie L – allgemein als Motorrad-TÜV bezeichnet – wurde in Frankreich im April 2024 verpflichtend eingeführt und schrittweise umgesetzt.
Obwohl die Einführung zunächst langsam verlief, da sich die Prüfzentren gemäß dem Zeitplan der Ministerialverordnung von 2023 ausstatteten, übertraf sie schließlich sogar die optimistischsten Prognosen.
Die diese Woche von UTAC/OTC veröffentlichten Zahlen zeigen 2.210.857 Prüfungen zwischen April 2024 und Dezember 2025 in Frankreich und den Überseegebieten. Dies entspricht 7,65 % aller technischen Prüfungen sämtlicher Fahrzeugkategorien.
Ein inzwischen gut etabliertes Netz für die Kategorie L
Die Akteure der Inspektion haben sich an diese neue Regulierung angepasst, und mehr als die Hälfte der Kfz-Prüfzentren bietet inzwischen Prüfungen für Zwei- und Dreiräder an – insgesamt 3.783 zugelassene Zentren für die Kategorie L in Frankreich.
Die Einführung dieser neuen Tätigkeit führte nicht zu einer größeren Überlastung der Zentren, da diese Aktivität im Vergleich zur klassischen Fahrzeugprüfung weiterhin einen geringen Anteil ausmacht.
Heute gewährleistet die geografische Abdeckung ein dichtes Netz gemischter Prüfzentren, die sowohl leichte Fahrzeuge als auch Zweiräder der Kategorie L prüfen.

Quelle: https://www.utac-otc.com/actualite/Pages/Bilan_Categorie_L
Erste Bilanz des Zustands des Fahrzeugbestands der Kategorie L
Deutliche Unterschiede je nach Fahrzeugkategorie
Zwischen den Fahrzeugkategorien bestehen erhebliche Unterschiede. Leichte Quadricycles (L6), wie etwa Ami-Mikrofahrzeuge, weisen die schlechtesten Ergebnisse auf. Fast jedes dritte führerscheinfreie Fahrzeug benötigt eine Nachprüfung.
Auch Mopeds und Roller (L1) sind problematisch, insbesondere aufgrund von Mängeln an Reifen, Beleuchtung sowie Lärm- und Schadstoffemissionen.
Schließlich erscheinen Motorräder (L3), die 74 % des geprüften Bestands ausmachen, insgesamt gut gewartet, mit einer relativ begrenzten Mängelquote. Dennoch weisen fast 45 % mindestens einen Mangel auf.
Insgesamt ist der Fahrzeugbestand alt und Mängel treten häufig auf. Insgesamt wurden 259.911 Fahrzeuge zur Nachprüfung geschickt, hauptsächlich wegen Mängeln an Reifen, Bremsen, Beleuchtung und Emissionen.
Bremsen und Beleuchtung: die wichtigsten Sicherheitsherausforderungen der Kategorie L
Mängel an Bremsen und Beleuchtung, die erhebliche Risiken für die Verkehrssicherheit darstellen, gehören zu den häufigsten Problemen bei der technischen Motorradprüfung. Sie werden jedoch meist erkannt, bevor sie kritisch werden.
Das Bremssystem stellt bei allen Fahrzeugkategorien eine der größten Schwachstellen dar, wobei leichte Quadricycles mit 31 % Mängeln am stärksten betroffen sind.
Mängel im Bereich Sichtbarkeit sind ebenfalls weit verbreitet: Zwischen 10 % und 30 % der Fahrzeuge weisen Probleme bei dieser Funktion auf.
Lärm- und Schadstoffbelastungen (Geräusch- und Gasemissionen) betreffen ebenfalls einen erheblichen Teil des Fahrzeugbestands, insbesondere den Lärm von Zweirädern, der erst seit Juli 2025 gemessen wird.
Auch hier bestehen Unterschiede zwischen den Fahrzeugkategorien, doch diese neue Regulierung macht Wartungsprobleme sichtbar, die für Sicherheit und Umwelt essenziell sind.
Erforderliche Messgeräte für die technische Prüfung der Kategorie L
Um die gesetzlichen Anforderungen in diesen Bereichen zu erfüllen, müssen die Prüfzentren – wie bei der klassischen Fahrzeugprüfung – Ausrüstung für fahrzeuginspektion verwenden, die für die Kategorie L geeignet sind: Abgasanalysegerät, Schallpegelmesser und Geschwindigkeitsprüfstand für Motorrad.
Abschluss eines Wartungsvertrags für das Schallpegelmessgerät: Für Motorrad-Prüfzentren gilt eine Übergangsfrist bis Juli 2026.
Eine weiterhin teilweise Bilanz
Die technische Prüfung von Zweirädern erzeugt sowohl bei Pflichtprüfungen als auch beim Gebrauchtfahrzeugverkauf zusätzlichen Verkehr in den zugelassenen Prüfzentren. Dennoch befindet sich die Einführung weiterhin in der Ausbauphase.
Da die Pflichtprüfung nach der ersten Kontrolle alle drei Jahre erfolgt, wird die Bilanz erst 2027–2028 vollständig konsolidiert sein, wenn der gesamte Fahrzeugbestand in den Prüfzyklus aufgenommen wurde.
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